Luther (1545)
Psalm 10
1HErr, warum trittst du so ferne, verbirgest dich zur Zeit der Not? Share to feedTweet 2Weil der Gottlose Übermut treibet, muß der Elende leiden. Sie hängen sich aneinander und erdenken böse Tücke. Share to feedTweet 3Denn der Gottlose rühmet sich seines Mutwillens, und der Geizige segnet sich und lästert den HErrn. Share to feedTweet 4Der Gottlose ist so stolz und zornig, daß er nach niemand fraget; in allen seinen Tücken hält er GOtt für nichts. Share to feedTweet 5Er fähret fort mit seinem Tun immerdar; deine Gerichte sind ferne von ihm; er handelt trotzig mit allen seinen Feinden. Share to feedTweet 6Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr daniederliegen; es wird für und für keine Not haben. Share to feedTweet 7Sein Mund ist voll Fluchens, Falsches und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an. Share to feedTweet 8Er sitzt und lauert in den Höfen; er erwürget die Unschuldigen heimlich; seine Augen halten auf die Armen. Share to feedTweet 9Er lauert im Verborgenen, wie ein Löwe in der Höhle; er lauert, daß er den Elenden erhasche, und erhaschet ihn, wenn er ihn in sein Netz zeucht. Share to feedTweet 10Er zerschlägt und drücket nieder und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt. Share to feedTweet 11Er spricht in seinem Herzen: GOtt hat's vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, er wird's nimmermehr sehen. Share to feedTweet 12Stehe auf, HErr GOtt, erhebe deine Hand; vergiß der Elenden nicht! Share to feedTweet 13Warum soll der Gottlose GOtt lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragst nicht danach? Share to feedTweet 14Du siehest ja, denn du schauest das Elend und Jammer; es stehet in deinen Händen. Die Armen befehlen's dir; du bist der Waisen Helfer. Share to feedTweet 15Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche das Böse, so wird man sein gottlos Wesen nimmer finden. Share to feedTweet 16Der HErr ist König immer und ewiglich; die Heiden müssen aus seinem Land umkommen. Share to feedTweet 17Das Verlangen der Elenden hörest du, HErr; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr drauf merket, Share to feedTweet 18daß du Recht schaffest dem Waisen und Armen, daß der Mensch nicht mehr trotze auf Erden. Share to feedTweet