Luther (1545)
Markus 15
1Und bald am Morgen hielten die Hohenpriester einen Rat mit den Ältesten und Schriftgelehrten, dazu der ganze Rat, und banden JEsum und führeten ihn hin und überantworteten ihn Pilatus. Share to feedTweet 2Und Pilatus fragte ihn: Bist du ein König der Juden? Er antwortete aber und sprach zu ihm: Du sagst es. Share to feedTweet 3Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart. Share to feedTweet 4Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Share to feedTweet 5JEsus aber antwortete nichts mehr, also daß sich auch Pilatus verwunderte. Share to feedTweet 6Er pflegte aber ihnen auf das Osterfest einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. Share to feedTweet 7Es war aber einer, genannt Barabbas, gefangen mit den Aufrührerischen die im Aufruhr einen Mord begangen hatten. Share to feedTweet 8Und das Volk ging hinauf und bat, daß er täte, wie er pflegete. Share to feedTweet 9Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden losgebe? Share to feedTweet 10Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Share to feedTweet 11Aber die Hohenpriester reizten das Volk, daß er ihnen viel lieber den Barabbas losgäbe. Share to feedTweet 12Pilatus aber antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Was wollt ihr denn, daß ich tue dem, den ihr schuldiget, er sei ein König der Juden? Share to feedTweet 13Sie schrieen abermal: Kreuzige ihn! Share to feedTweet 14Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er Übels getan? Aber sie schrieen noch viel mehr: Kreuzige ihn! Share to feedTweet 15Pilatus aber gedachte, dem Volk genugzutun, und gab ihnen Barabbas los und überantwortete ihnen JEsum, daß er gegeißelt und gekreuziget würde. Share to feedTweet 16Die Kriegsknechte aber führeten ihn hinein in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Schar; Share to feedTweet 17und zogen ihm einen Purpur an und flochten eine dornene Krone und setzten sie ihm auf; Share to feedTweet 18und fingen an, ihn zu grüßen: Gegrüßet seiest du, der Juden König! Share to feedTweet 19Und schlugen ihm das Haupt mit dem Rohr und verspeieten ihn und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. Share to feedTweet 20Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an und führeten ihn aus, daß sie ihn kreuzigten. Share to feedTweet 21Und zwangen einen, der vorüberging, mit Namen Simon von Kyrene; der vom Felde kam (der ein Vater war des Alexander und Rufus), daß er ihm das Kreuz trüge. Share to feedTweet 22Und sie brachten ihn an die Stätte Golgatha, das ist verdolmetscht: Schädelstätte. Share to feedTweet 23Und sie gaben ihm Myrrhen im Wein zu trinken; und er nahm's nicht zu sich. Share to feedTweet 24Und da sie ihn gekreuziget hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darum, welcher was überkäme. Share to feedTweet 25Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Share to feedTweet 26Und es war oben über ihn geschrieben, was man ihm schuld gab, nämlich: Ein König der Juden. Share to feedTweet 27Und sie kreuzigten mit ihm zwei Mörder, einen zu seiner Rechten und einen zur Linken. Share to feedTweet 28Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Übeltäter gerechnet. Share to feedTweet 29Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Häupter und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen! Share to feedTweet 30Hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! Share to feedTweet 31Desselbigengleichen die Hohenpriester verspotteten ihn untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. Share to feedTweet 32Ist er Christus und König in Israel, so steige er nun vom Kreuze, daß wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmäheten ihn auch. Share to feedTweet 33Und nach der sechsten Stunde ward eine Finsternis über das ganze Land bis um die neunte Stunde. Share to feedTweet 34Und um die neunte Stunde rief JEsus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist verdolmetscht: Mein GOtt, mein GOtt, warum hast du mich verlassen? Share to feedTweet 35Und etliche, die dabeistunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er rufet den Elia! Share to feedTweet 36Da lief einer und füllete einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkete ihn und sprach: Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme. Share to feedTweet 37Aber JEsus schrie laut und verschied. Share to feedTweet 38Und der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Share to feedTweet 39Der Hauptmann aber, der dabeistund ihm gegenüber und sah, daß er mit solchem Geschrei verschied, sprach er: Wahrlich, dieser Mensch ist GOttes Sohn gewesen! Share to feedTweet 40Und es waren auch Weiber da, die von ferne solches schaueten, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobus und des Joses Mutter, und Salome, Share to feedTweet 41die ihm auch nachgefolget, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viel andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Share to feedTweet 42Und am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbat, Share to feedTweet 43kam Joseph von Arimathia, ein ehrbarer Ratsherr, welcher auch auf das Reich GOttes wartete; der wagte es und ging hinein zu Pilatus und bat um den Leichnam JEsu. Share to feedTweet 44Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Share to feedTweet 45Und als er's erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam. Share to feedTweet 46Und er kaufte eine Leinwand und nahm ihn ab und wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in ein Grab, das war in einen Fels gehauen, und wälzete einen Stein vor des Grabes Tür. Share to feedTweet 47Aber Maria Magdalena und Maria Joses schaueten zu wo er hingelegt ward. Share to feedTweet