Luther (1545)
Hiob 10
1Meine Seele verdreußt mein Leben; ich will meine Klage bei mir gehen lassen und reden von Betrübnis meiner Seele Share to feedTweet 2und zu GOtt sagen: Verdamme mich nicht; laß mich wissen, warum du mit mir haderst! Share to feedTweet 3Gefällt dir's, daß du Gewalt tust und mich verwirfst, den deine Hände gemacht haben, und machest der Gottlosen Vornehmen zu Ehren? Share to feedTweet 4Hast du denn auch fleischliche Augen, oder siehest du, wie ein Mensch siehet? Share to feedTweet 5Oder ist deine Zeit wie eines Menschen Zeit, oder deine Jahre wie eines Mannes Jahre, Share to feedTweet 6daß du nach meiner Missetat fragest und suchest meine Sünde? Share to feedTweet 7So du doch weißt, wie ich nicht gottlos sei; so doch niemand ist, der aus deiner Hand erretten möge. Share to feedTweet 8Deine Hände haben mich gearbeitet und gemacht alles, was ich um und um bin; und versenkest mich sogar! Share to feedTweet 9Gedenke doch, daß du mich aus Leimen gemacht hast, und wirst mich wieder zu Erden machen. Share to feedTweet 10Hast du mich nicht wie Milch gemolken und wie Käse lassen gerinnen? Share to feedTweet 11Du hast mir Haut und Fleisch angezogen, mit Beinen und Adern hast du mich zusammengefüget. Share to feedTweet 12Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahret meinen Odem. Share to feedTweet 13Und wiewohl du solches in deinem Herzen verbirgest, so weiß ich doch, daß du des gedenkest. Share to feedTweet 14Wenn ich sündige, so merkest du es bald und lässest meine Missetat nicht ungestraft. Share to feedTweet 15Bin ich gottlos, so ist mir aber wehe; bin ich gerecht, so darf ich doch mein Haupt nicht aufheben, als der ich voll Schmach bin und sehe mein Elend. Share to feedTweet 16Und wie ein aufgereckter Löwe jagest du mich und handelst wiederum greulich mit mir. Share to feedTweet 17Du erneuest deine Zeugen wider mich und machst deines Zorns viel auf mich; es zerplagt mich eins über das andere mit Haufen. Share to feedTweet 18Warum hast du mich aus Mutterleibe kommen lassen? Ach, daß ich wäre umkommen, und mich nie kein Auge gesehen hätte! Share to feedTweet 19So wäre ich, als die nie gewesen sind, von Mutterleibe zum Grabe gebracht. Share to feedTweet 20Will denn nicht ein Ende haben mein kurzes Leben, und von mir lassen, daß ich ein wenig erquickt würde, Share to feedTweet 21ehe denn ich hingehe und komme nicht wieder, nämlich ins Land der Finsternis und des Dunkels, Share to feedTweet 22ins Land, da es stockdick finster ist, und da keine Ordnung ist, da es scheinet wie das Dunkel? Share to feedTweet